abschiedsbrief

nun nach langer zeit mein 2. abschiedsbrief an dich.

bewußt hier auf deiner seite, die ich bisher regelrecht boykottiert habe.

ich wollte meine trauer für mich alleine haben. ich konnte es nicht ertragen, all die geschichten zu lesen über dich. du bist doch meine nancy.

meine trauer wollte ich nicht teilen, kundtun, herauslassen.

du kennst mich, ich fress viel in mich rein, lass meine gefühle nicht oft raus.

meinen ersten abschiedsbrief an dich hab ich geschrieben als mich wibke angerufen hatte und mir gesagt hat, dass du gestorben bist.

ich war gerade bei meiner tante, wo wir letzten sommer mit wibke und mirko waren. ich hatte dich aus saalfeld abgeholt und sind dann nach bosau gefahren. es waren wunderschöne tage.

mein letzter kleiner urlaub mit dir.

den satz den ich in meinem abschiedsbrief mehrmals geschrieben hatte, war, dass du nciht mehr hier bist, dass ich abschied nehmen muss, doch so recht ist es mir bis jetzt nicht gelungen.

am nächsten tag kam wibke zu mir, sie hat es nciht mehr ausgehalten in bremen, wollte eine n menschen bei sich haben, der ihr nahe ist in diesem moment.

aber ich konnte sie nicht so trösten, wie ich es gerne getan hätte. ich war nur bei mir. wollte meine trauer für mich haben, konnte nicht teilen, hab sie nicht rausgelassen.

selbst als mirko mich besucht hat kürzlich konnt ich mit ihm nicht so wie ich es mir gewünscht hätte über dich, euch, deinen tod reden.

sicherlich gibt es viele momente bei denen ich an dich denke, dich vermisse, dich spüre.

aber ich konnte meine trauer nicht herausschreien, teilen. wollt nicht, dass du nicht mehr hier bist.
nein, ich will es nicht aktzeptieren, dass du nicht mehr unter uns bist.

du mir nicht mehr zur seite stehst, nicht mehr mit mir telefonierst, gruschelst, mich zusammenscheißt, mit mir eine latte trinkst, schuhe kaufen gehst, rumgammelst.

aber was für mich das schlimmste ist, ist dass ich in letzter zeit den kontakt zu dir gemieden hab. du weißt warum.

du hast meine letzte beziehung nicht verstanden, du hast mir nicht geglaubt und du hattest recht. wieder mal.

sicher war ich beschäftigt und hatte mit meiner magisterarbeit zu tun und war nur der  halbe micha.

ich sah mich, wenn ich mit dir telefonierten immer in einer verteidigungsposition und ich hatte zu dieser zeit nicht die kraft mich zu verteidigen oder geschweigedenn die wahrheit zu aktzeptieren und mir einzugestehen, dass ich diese frau nicht liebe.

ich hatte das gefühl sie stand zwischen uns.

ich weiß, das ist wieder mal ein typischer micha gedanke. ich weiß, für dich hat sich an unserer freundschaft nichts geändert. wer mal in deinem herzen einen platz hat, der kommt da nciht mehr so schnell raus.
aber es tut mir einfach so leid, dass gerade als ich mich von der frau getrennt hab, meine magisterarbeit fertig hatte, mit deiner „gnadenlosen“ mithilfe.

ich musste echt schmunzeln am telefon als du 1 tag vor meienr abgabe mich fertig gemacht hast, dass das doch kein deutsch sei und so weiter.

ich war kurz vor einem nervenzusammenbruch und du putzt mich erst mal runter, was für ein scheiß deutsch ich doch hätte.

typisch nancy.

aber am ende wurde ja alles gut.

und dann unser letztes telefongespräch, ich weiß es noch genau. es war der 28. feb..

ich war schon angeheitert und hab dir von katja erzählt, die neue frau, die in mein leben getreten ist. du hast gespürt, dass es mich echt erwischt hat und ich wirklich verknallt bin. du hast dich für mich gefreut und ich hab dich nur vollgeschwallt, wie toll doch diese frau sei und ich richtig glücklich bin.

du hast dich für mich gefreut und ich wollte unbedingt, dass du sie kennenlernst.

bei unserem letzten gespräch fühlte ich, wie sehr ich dich vermisse, mit dir mal wieder ausgiebig telefonieren wollte und über gott und die welt zu reden, streiten, lachen.

und nun bist du nicht mehr hier, bei mir, bei uns allen, die dich lieben.

aber du lebst weiter, in meinen gedanken. bist ein teil von mir.

ICH VERMISSE DICH!

du siehst ich mache fortschritte. ich steh dazu was ich denke und fühle.

teile es mit menschen, die ich nicht, oder nur flüchtig kenne.  mach nicht mehr alles mit mir selber aus und fresse es in mich rein.

wesentlichen anteil daran hat katja. sie hält mir den spiegel vor das gesicht. bisher hast du das immer getan, aber mach dir keine sorgen, katja hat die rolle ganz schön gut übernommen.

nancy, ich lasse dich gehn, lasse dich los, dorthin wohin du bestimmt bist zu gehen. doch du wirst bei mir sein. ich weiß es und das tröstet mich.

dein dich immer liebender

micha

Ein Gedanke zu „abschiedsbrief“

  1. ach michi…danke für diese worte!
    allein deswegen bin ich echt froh, dass es diese seite gibt

    ich denk an dich.
    (und ganz vielleicht sehen wir uns am karneval…)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.